No. 04

Freunde beeindrucken
WELCHES EIS ZU WELCHEM COCKTAIL?

Eis & Cocktails

Eis im Cocktail wird nämlich meistens nicht nur unterschätzt sondern ganz oft auch missverstanden, wobei es am Ende den Unterschied ausmachen kann zwischen einem richtig perfekten Cocktail und einem Der-war-schon-mal-besser-Cocktail. Wie gross und wie klein darf so ein Eiswürfel nun sein und wo kommt er am besten rein?

Ein Mai Tai ohne Eis? Kaum vorstellbar und das aus guten Grund. Viele Cocktails brauchen einfach Eis, weil sich so das volle Aroma der Spirituose entfalten kann und ansonsten dann auch der Geschmack zu hart bzw. stark wäre.  Zum anderen hält das Eis den Cocktail schön kalt, der so bei Weitem viel besser schmeckt. Deswegen wird dein Cocktail eben auch geschüttelt oder gerührt. Also gibt’s genau zwei Gründe, warum Eis in die meisten deiner Cocktails gehört: Seine Verwässerung und seine Kühlung. Und beides ist eben sehr oft sehr wichtig.

Cubes oder Crushed?

Wenn in einem Rezept steht, dass du dein Glas mit Eis ausfüllen sollst – und das ist meistens bei einem Longdrink, Fizz, Highball oder Collins Glass der Fall – dann nimmst du einfach den klassischen Eiswürfel. Je grösser und klobiger dieser dann ist, desto besser, denn umso länger brauchen sie zum schmelzen und halten so dein Getränk auch länger kühl. Wir empfehlen dir dabei eine Grösse ab 2,5 cm oder noch grösser.

Die immer mehr angesagten Eiskugeln schauen dabei nicht nur schön aus, sie haben sogar noch ein besseres Kühlungs-Schmelzverhältnis. Wenn du eine Eiswürfelform aus Silikon hast könntest du auch eine Trennwand ausschneiden um mit der Grösse zu variieren.

Dem guten alten Eiswürfel solltest du also bei Longdrinks unbedingt den Vorzug gegenüber dem beliebten Crushed Ice geben,  um deinen Drink nicht unnötig zu verwässern. Genau dies ist aber wie oben schon erwähnt bei stärkeren Cocktails wie dem Mai Tai oder Zombie erwünscht. Das zerstossene Eis erhältst du, wenn du deine Eiswürfel einfach in ein (neutral riechendes!) Geschirrtuch packst und mit einem Schlagwerkzeug bearbeitest oder die Würfel in einen Mixer steckst. Alternativ kannst du dir das Eis natürlich auch in vielen Tankstellen besorgen, aber darauf kommen wir weiter unten noch einmal darauf zurück.

 

Viele Shortdrinks werden auch ohne Eis serviert, da ja viel schneller getrunken. Generell alles, was in ein Martini- oder Coupette-Glass gehört, braucht kein Eis. Auch wenn traditionell nicht vorgesehen, bevorzugen manche ihren Scotch bzw. Whisky auch „on the rocks“. Hier solltest du dann aber nur einen und wenn möglich richtig grossen Eiswürfel nehmen.

Ein richtiger Eisblock kommt eher in Restaurants oder Bars zum Einsatz. Solltest du aber mal einen grossen Punsch oder eine Bowle machen wollen, dann kannst du dir diesen selbst frosten: Einfach eine grössere Plastikschüssel mit gekochtem, abgekühltem Wasser füllen und für ein paar Tage ins Gefrierfach stellen.

Geschüttelt oder gerührt?

Alle Cocktails mit Sirup, Säften, Sahne oder Eiweiss bereitest du am besten in einem Shaker zu, die so nicht nur vermischt und durch die Würfel zusätzlich aufgeschlagen, sondern auch gekühlt werden. Eine kleine Faustregel: Nach ca. 12 Sekunden kannst du mit dem Schütteln aufhören – kälter wird’s nicht. Besteht ein Drink ausschließlich aus Spirituosen wird er praktisch immer mit einem Cocktailstab gerührt, wobei du natürlich etwas länger brauchst und nach spätestens einer Minute mit dem Rühren aufhören kannst.

Achte bei beiden Varianten, dass du das Eis erst ein bisschen antaust. Dafür kannst du das Eis vorab in den Shaker geben, kräftig schütteln und das überschüssige Schmelzwasser, was deinen Drink nur verwässern würde aber nicht kühlt, über das Cocktailsieb abseihen.

Alles klar?

Nicht immer und das gilt eben auch bei Eiswürfeln. Und so kommen wir auch zu einem kleinen Dilemma: Richtig klares Eis macht zwar die besseren und hübscheren Drinks, sind aber zu Hause weniger gut herzustellen. Klares Eis bekommt man, wenn der Würfel langsam von unten nach oben gefriert und die Luft so „herausgeschoben“ wird. Im Gefrierfach kommt der Frost von aussen und die Luft wird somit im Würfel eingeschlossen, was für die Trübung verantwortlich ist. Ebenso kann die Trübung von Verunreinigungen kommen, so dass es besser ist, wenn du für deine Eiswürfelform abgekochtes oder destilliertes Wasser nimmst. Aber auch so wirst du die Trübung nicht ganz verhindern können. Wenn du also für den Geschmack, das Aussehen und die Zubereitung im Shaker (Eiswürfel „ohne Luft“ werden auch nicht so schnell zerbröseln) das hochwertigste Eis haben willst empfehlen wir dir im Laden, in der Tankstelle oder sogar in deiner Lieblingsbar nachzufragen, ob sie dir klare und grosse Eiswürfel anbieten können.